Dynamisches Lastmanagement ermöglicht es dem E-Auto, freie elektrische Kapazität zu nutzen. Es senkt die Ladeleistung bei steigendem Gebäudebedarf und erhöht sie wieder, wenn der Bedarf sinkt. Dafür sind eine kompatible Wallbox, ein Messgerät und eine fachgerechte Installation erforderlich.
Welches Problem löst es?
Eine Wallbox ist nur ein elektrischer Verbraucher im Haus. Kochen, Warmwasser, Heizung und Haushaltsgeräte können gleichzeitig in Betrieb sein. Die gemeinsame Leistungsaufnahme kann sich der Anschlussgrenze oder dem konfigurierten Standortlimit nähern.
Eine statische Begrenzung lässt die Wallbox unabhängig von wechselnden Hauslasten höchstens eine festgelegte Stromstärke anbieten. Eine dynamische Regelung passt den angebotenen Strom dagegen an die gemessene freie Kapazität an. Dadurch sinkt das Risiko, das konfigurierte Standortlimit zu überschreiten, und möglicherweise wird ein größerer Netzanschluss entbehrlich.
Die endgültige Auslegung ist weiterhin Sache einer Elektrofachkraft. Das System muss Phasen, Messort und tatsächliche Schutzgrenzen berücksichtigen.
Wie funktioniert es?
Ein Zähler oder Stromsensoren erfassen die Leistung in der Nähe des Gebäudeanschlusses. Eine Steuerung vergleicht den Bedarf mit einer konfigurierten Obergrenze. Anschließend teilt sie der Wallbox mit, welche Stromstärke sie dem Auto anbieten darf.
Nehmen wir ein dreiphasig versorgtes Haus mit einer Zielgrenze von 25 A je Phase. Andere Verbraucher ziehen auf einer Phase 9 A und auf den übrigen weniger. Ein phasengenaues System muss die am stärksten belastete Phase berücksichtigen und darf nicht nur auf die gesamte Kilowattzahl schauen.
Wallbox und Auto kommunizieren über das Ladeprotokoll. Das Auto kann weniger als die angebotene Stromstärke beziehen. Dieser Regelkreis wiederholt sich, sobald sich der Haushaltsbedarf ändert.
Statische und dynamische Grenzen unterscheiden sich
Eine statische Begrenzung beschränkt die Wallbox auf einen festen Wert. Sie ist einfach und vorhersehbar, kann aber zusätzliche Kapazität in ruhigen Zeiten nicht nutzen.
Eine dynamische Begrenzung folgt dem gemessenen Bedarf. Sie kann nachts schneller laden und während einer Lastspitze im Haushalt langsamer werden. Deshalb sind eine zuverlässige Kommunikation und korrekt installierte Sensoren wichtig.
Für einen Signalausfall braucht es eine definierte Reaktion
Lassen Sie von Installateur und Hersteller dokumentieren, was geschieht, wenn Zähler, Netzwerk oder Steuerung nicht mehr kommunizieren. Klären Sie, ob das Laden pausiert oder auf einen vom Installateur festgelegten Wert innerhalb der genehmigten Installationsauslegung zurückfällt.
Welche Funktionen sollten Sie vergleichen?
Prüfen Sie, ob das System eine oder alle drei Phasen misst. Eine dreiphasige Installation muss die Phasengrenzen korrekt verwalten. Vergleichen Sie außerdem Aktualisierungsgeschwindigkeit, kabelgebundene oder drahtlose Kommunikation und die unterstützten Zählermodelle.
Fragen Sie bei zwei E-Autos, ob das System eine Standortgrenze auf beide Ladepunkte verteilt. Eine gleichmäßige Aufteilung ist einfach. Prioritätsregeln können sinnvoll sein, wenn ein Fahrzeug früher abfahren muss.
Eine lokale Steuerung kann das grundlegende Lastmanagement auch ohne Cloudzugang aufrechterhalten. Eine App kann für Zeitpläne und Berichte trotzdem nützlich sein. Lesen Sie Datenschutz- und Supportbedingungen, bevor Sie sich von einem Ferndienst abhängig machen.
Kann es Geld sparen?
Lastmanagement schützt vor allem eine Kapazitätsgrenze. Es kann einen Ausbau des Anschlusses vermeiden oder aufschieben; ob das gelingt, hängt vom Gebäude und dem Angebot des Netzbetreibers ab.
Intelligentes Laden kann Ladevorgänge außerdem in günstigere Tarifzeiten verschieben. Dafür benötigen Sie einen Tarif mit zeitabhängigen Preisen und eine kompatible Steuerung. Das Wort „smart“ auf einem Produkt garantiert keine Ersparnis.
PV-Überschussladen ist eine weitere Funktion. Dabei steigt oder sinkt der Bedarf des E-Autos mit der gemessenen überschüssigen Erzeugung. Diese Funktion hängt mit dem Lastmanagement zusammen, benötigt jedoch eine eigene Energieflusslogik.
Was kann es nicht leisten?
Lastmanagement kann aus einem einphasigen Anschluss keinen Drehstrom machen. Es kann die Grenze des On-Board-Laders im Auto nicht überschreiten. Und es kann ein zu klein dimensioniertes Kabel, einen ungeeigneten Leitungsschutzschalter oder eine ungeeignete Steckdose nicht sicher machen.
Ohne Zeitplan und ausreichend Zeit kann es auch kein abfahrbereites Auto garantieren. Bleibt der Haushaltsbedarf hoch, erhält das E-Auto möglicherweise nur wenig Energie. Legen Sie ein Abfahrtsziel oder einen Mindestladeplan fest, wenn das wichtig ist.
Wählen Sie Lastmanagement, wenn die Ladeleistung im Verhältnis zum verfügbaren Anschluss groß ist, mehrere Ladepunkte eine Versorgung teilen oder andere Lasten stark schwanken. Eine einfachere feste Begrenzung reicht, wenn genügend freie Kapazität dauerhaft und vorhersehbar verfügbar ist.
Häufige Fragen
Was macht dynamisches Lastmanagement?
Es misst oder empfängt den aktuellen Strombedarf des Gebäudes und passt das Laden des E-Autos innerhalb einer konfigurierten Grenze an. So bleibt die Gesamtlast unter dem festgelegten Grenzwert der Installation.
Kann Lastmanagement einen Ausbau des Netzanschlusses vermeiden?
Manchmal. Es kann freie Kapazität nutzen, ohne davon auszugehen, dass das Auto jederzeit die volle Nennleistung zieht. Einen zu klein ausgelegten Ladestromkreis kann es weder korrigieren noch den genehmigten Anschluss überschreiten.
Stoppt das Laden, wenn ich den Backofen einschalte?
Das hängt von der freien Kapazität und den Systemeinstellungen ab. Die Wallbox kann die Leistung lediglich reduzieren; sie kann aber pausieren, wenn der verbleibende Wert unter die Mindestladestromstärke des Autos fällt.
Ist ein intelligenter Stromtarif dasselbe wie Lastmanagement?
Nein. Die Tarifsteuerung bestimmt, wann geladen wird. Das Lastmanagement regelt, wie viel Leistung im Verhältnis zu einem Gebäude- oder Standortlimit genutzt wird. Manche Systeme beherrschen beides.