Wenn Immobilie und Fahrzeug Drehstrom unterstützen, sind 11 kW eine praktische Wahl. Eine 22-kW-Wallbox hilft nur, wenn das Auto 22 kW Wechselstrom annimmt und die gesamte Installation 32 A auf jeder Phase liefern kann. Prüfen Sie beides vor dem Kauf.
Das Auto entscheidet, ob 22 kW sinnvoll sind
Suchen Sie in den Fahrzeugdaten nach „maximale AC-Ladeleistung“ oder „On-Board-Lader“. Verwechseln Sie diesen Wert nicht mit der meist deutlich höheren DC-Schnellladeleistung.
Ein Elektroauto mit 11-kW-On-Board-Lader entnimmt auch an einer 22-kW-Wallbox nicht mehr als etwa 11 kW. Das größere Gerät zwingt keine zusätzliche Leistung in das Auto. Es stellt lediglich eine höhere Obergrenze bereit.
Manche Autos laden einphasig. An einem Drehstromanschluss nutzen sie dann möglicherweise nur eine Phase. Prüfen Sie in den technischen Daten sowohl die Höchstleistung als auch die Phasenunterstützung.
Auch das Haus muss die Last tragen können
Bei europäischer Nennspannung benötigen 11 kW etwa 16 A auf jeder von drei Phasen. Ein 22-kW-Gerät benötigt etwa 32 A je Phase. Diese Last kommt zu Heizung, Kochen und jedem anderen Stromverbrauch hinzu.
Eine Elektrofachkraft muss Anschlusskapazität, Verteiler, Schutzorgane, Leitungsweg und Spannungsfall beurteilen. Das Ladegerät gehört an einen geeigneten eigenen Stromkreis. Auch örtliche Melde- oder Genehmigungsregeln des Netzbetreibers können die maximale Leistung beeinflussen.
Geräteleistung ist nicht gleich Betriebsleistung
Eine 22-kW-Wallbox lässt sich häufig auf einen niedrigeren Wert einstellen. Das bedeutet nicht, dass die vorhandene Verdrahtung später für 22 kW geeignet ist. Jede Erhöhung braucht eine erneute Prüfung der Installation.
Vergleichen Sie die Ladezeit mit der richtigen Formel
Nutzbare Batterieenergie geteilt durch die batterieseitige Leistung ergibt eine Schätzung. Beim AC-Laden rechnen Sie die Effizienz ein: Zeit = benötigte Energie ÷ (Eingangsleistung × Effizienz).
Dieses Beispiel lädt 54 kWh in die Batterie und setzt 90 % Effizienz voraus:
| Verfügbare Eingangsleistung | Geschätzte Zeit |
|---|---|
| 11 kW | 54 ÷ (11 × 0,90) = etwa 5 h 27 min |
| 22 kW | 54 ÷ (22 × 0,90) = etwa 2 h 44 min |
Die zweite Zeile gilt nur, wenn das Auto während des Ladevorgangs 22 kW annehmen kann. Batterietemperatur, Ladestoppgrenzen und Fahrzeugsteuerung können die Zeit verlängern.
Beide Beispiele passen in ein achtstündiges Ladefenster über Nacht. Schnelleres Laden ist nur dann wertvoll, wenn das kürzere Zeitfenster Ihre Fahrzeugnutzung verändert.
Lohnt sich die zusätzliche Kapazität von 22 kW?
Sie kann für ein 22-kW-fähiges Auto sinnvoll sein, das mit niedrigem Ladestand zurückkommt und bald wieder losfährt. Sie kann auch an einem Standort dienen, an dem mehrere Autos nacheinander laden.
Wenig bringt sie, wenn das Auto über Nacht steht oder nur 11 kW annimmt. Höhere Anschlusskapazität, größere Komponenten und Arbeiten am Netz können mehr kosten. Bitten Sie vor der Entscheidung um einen aufgeschlüsselten Vergleich der Installationskosten.
Zukunftssicherheit ist nur dann ein echter Grund, wenn der spätere Bedarf wahrscheinlich ist. Platz für Leerrohre, ein passender Plan für den Verteiler und eine lastmanagementfähige Wallbox können Optionen offenhalten, ohne heute die vollen 22 kW bereitzustellen.
Wann sind 11 kW die bessere Wahl?
Wählen Sie 11 kW, wenn das Auto diese Leistung unterstützt, das Gebäude drei Phasen hat und Laden über Nacht Ihren Bedarf deckt. Unter der genannten Annahme von 90 % Effizienz sind bei voller Eingangsleistung in zehn Stunden höchstens etwa 99 kWh batterieseitige Energie möglich.
Wählen Sie weniger als 11 kW, wenn das Haus einphasig versorgt wird, der Anschluss wenig Reserve hat oder Ihr Fahrbedarf gering ist. Ein langsameres Ladegerät ist kein Kompromiss, wenn es vor der Abfahrt fertig wird.
Wählen Sie 22 kW erst, nachdem Sie vier Punkte bestätigt haben:
- Das heutige Auto oder ein realistisch zukünftiges Auto kann die Leistung nutzen.
- Die Immobilie hat drei Phasen.
- Die Installation kann 32 A je Phase führen.
- Die örtlichen Netzregeln erlauben die geplante Last.
Häufige Fragen
Lädt eine 22-kW-Wallbox jedes Elektroauto doppelt so schnell?
Nein. Sie kann nur dann doppelt so schnell laden, wenn das Auto 22 kW Wechselstrom annimmt und die Installation diese Leistung bereitstellt. Ein 11-kW-Auto bleibt auf etwa 11 kW begrenzt.
Kann eine 11-kW-Wallbox ein 22-kW-fähiges Auto laden?
Ja. Das Auto kann mit der niedrigeren Leistung laden. Ladeeinrichtung und Fahrzeug stimmen den verfügbaren Strom ab, bevor Energie fließt.
Braucht eine 22-kW-Wallbox drei Phasen?
Eine 22-kW-AC-Wallbox erreicht ihre Nennleistung mit drei Phasen und 32 A je Phase. Hausanschluss und eigener Ladestromkreis müssen diese Last tragen können.
Sind 22 kW besser für die Zukunft?
Nur wenn die zusätzliche elektrische Kapazität voraussichtlich tatsächlich gebraucht wird. Eine Wallbox lässt sich unterhalb ihrer Hardwaregrenze einstellen, doch ein größerer Stromkreis und Netzanschluss können mehr kosten.