Ein E-Auto kann unter bestimmten Voraussetzungen an einer Haushaltssteckdose geladen werden. Die Geräteanleitung und die örtlichen Vorschriften müssen es zulassen. Außerdem benötigen Sie ein konformes mobiles Ladegerät und einen geprüften Stromkreis. Betrachten Sie dies als langsames Laden – nicht als Freigabe, die aufgedruckte Maximalstromstärke der Steckdose stundenlang auszunutzen.
Welche Ausrüstung benötigen Sie?
Verwenden Sie ein mobiles Mode-2-Ladegerät, das für das Laden von Elektrofahrzeugen vorgesehen ist. Die Steuerbox kommuniziert mit dem Auto und enthält Steuerungs- und Schutzfunktionen. IEC 62752 behandelt diese ladeleitungsintegrierten Steuer- und Schutzeinrichtungen. Ein einfaches Stromkabel ist kein Ersatz.
Der Netzstecker muss zur Steckdose und der Fahrzeugstecker zum Auto passen. Um den Ladevorgang zu erzwingen, dürfen Sie weder eine Erdungsprüfung noch eine andere Fehlermeldung umgehen.
Wie schnell lädt das Auto?
Bei 230 V und 10 A liefert die Steckdose etwa 2,3 kW. Die Rechnung ist einfach: 230 V × 10 A = 2.300 W. Ein Teil der Energie geht im On-Board-Lader, bei der Batteriekonditionierung und im Kabel verloren.
Ein Auto mit einem Verbrauch von 18 kWh pro 100 km kann in einer Stunde grob 10 bis 12 km Reichweite gewinnen. Das Ergebnis hängt von Fahrzeug, Wetter und Fahrweise ab. Nutzen Sie den Ladezeitrechner mit Ihrer eigenen Batteriegröße und dem gewünschten Ladestand.
Langsames Laden kann einen normalen Tagesbedarf dennoch abdecken. In diesem 10-A-Beispiel liefert die Steckdose in acht Stunden vor Verlusten bis zu 18,4 kWh. Das kann genügen, wenn Sie überschaubare Strecken fahren und regelmäßig laden.
Warum reicht die Aufschrift auf der Steckdose nicht aus?
Die angegebene Stromstärke allein beweist nicht, dass eine vorhandene Steckdose samt Stromkreis für stundenlanges Laden eines E-Autos geeignet ist. Abgenutzte Kontakte, lockere Klemmen oder alte Leitungen können sich bei Dauerlast erwärmen.
Bei einer Einstellung von 10 A ist die elektrische Belastung niedriger als bei 16 A. Das beweist jedoch nicht, dass die Steckdose geeignet ist. Verwenden Sie nur eine Einstellung, die von der Ladegeräteanleitung, dem geprüften Stromkreis und den örtlichen Vorschriften zugelassen wird.
Wärme ist ein Warnzeichen für einen Fehler
Beenden Sie den Ladevorgang, wenn Stecker oder Steckdose ungewöhnlich warm oder heiß werden, auffällig riechen, knistern, sich verfärben oder locker sitzen. Die zulässigen Temperaturen unterscheiden sich je nach Produkt; beachten Sie deshalb die Herstellergrenzen. Stoppen Sie im Zweifel und rufen Sie eine Elektrofachkraft.
Prüfen Sie die Steckdose vor jeder langen Ladesitzung
Achten Sie vor dem Einstecken auf sichtbare Schäden. Die Steckdose muss fest montiert sein, und der Stecker muss stramm sitzen. Beide müssen trocken, sauber und frei von dunklen Stellen sein.
Prüfen Sie auch den übrigen Stromkreis:
- Bevorzugen Sie eine Steckdose an einem eigenen Stromkreis.
- Betreiben Sie keine weiteren leistungsstarken Geräte am selben Stromkreis.
- Stützen Sie die mobile Steuerbox ab und halten Sie sie vom Boden fern.
- Rollen Sie ein vom Ladegerätehersteller geliefertes Kabel vollständig ab, wenn die Anleitung dies verlangt.
- Halten Sie die Stromgrenzen aus den Handbüchern von Auto und Ladegerät ein.
Eine Elektrofachkraft kann Erdung, Schutzorgane, Verbindungen und Leitungsquerschnitt prüfen. Eine solche Kontrolle ist bei einer alten Garage, einer Außensteckdose oder einer Installation mit unbekannter Vorgeschichte sinnvoll.
Warum sind Verlängerungskabel eine schlechte Lösung?
Jede zusätzliche Stecker-Steckdosen-Verbindung schafft einen weiteren Kontakt, der sich lockern, korrodieren oder erwärmen kann. Ein aufgewickeltes Kabel kann zusätzlich Wärme stauen. Mehrfachsteckdosen erhöhen die Zahl der Kontakte und erleichtern eine Überlastung des Stromkreises.
Wenn das Ladekabel nicht reicht, verlegen Sie den Ladepunkt. Eine fachgerecht installierte CEE-Steckdose, eine passend platzierte Wallbox oder zugelassenes Equipment mit längerem Fahrzeugkabel ist die bessere Lösung.
Wann sollten Sie aufrüsten?
Bleiben Sie nur dann beim Laden an der Steckdose, wenn die örtlichen Vorschriften und die Geräteanleitung es erlauben und der Stromkreis geprüft wurde. Rüsten Sie auf, wenn Sie über Nacht mehr Energie benötigen, den Stromkreis mit anderen Verbrauchern teilen oder eine feste Kabelführung und Lastregelung wünschen.
Eine blaue CEE-Steckdose mit 16 A kann einphasig etwa 3,7 kW liefern. Eine rote CEE-Steckdose mit 16 A oder eine 11-kW-Wallbox kann dreiphasig etwa 11 kW bereitstellen. Fahrzeug und Hausanschluss können die Leistung weiter begrenzen.
Die günstigste Lösung ist nicht immer eine neue Wallbox. Eine Elektrofachkraft kann feststellen, dass ein eigener Steckdosenstromkreis genügt. Kaufen Sie nur so viel Ladeleistung, wie Fahrprofil, Auto und Stromversorgung tatsächlich nutzen können.
Häufige Fragen
Kann ich ein E-Auto an eine normale Haushaltssteckdose anschließen?
Das kann möglich sein, wenn die Geräteanleitung und die örtlichen Vorschriften es erlauben. Verwenden Sie ein konformes Mode-2-Ladegerät und eine intakte, korrekt geerdete Steckdose. Lassen Sie den Stromkreis vorher prüfen.
Wie schnell lädt ein E-Auto an einer 230-V-Steckdose?
Bei 10 A beträgt die Eingangsleistung etwa 2,3 kW. An der Batterie kommt weniger Energie an, weil Fahrzeug und Kabel beim Laden ebenfalls Energie verbrauchen.
Darf ich ein Verlängerungskabel verwenden?
Verwenden Sie keine gewöhnlichen Verlängerungskabel oder Mehrfachsteckdosen. Zusätzliche Steckverbindungen erhöhen Widerstand und Wärmeentwicklung. Lassen Sie stattdessen eine näher gelegene Steckdose installieren oder nutzen Sie dafür vorgesehenes Ladeequipment mit passender Kabellänge.
Wann muss ich den Ladevorgang abbrechen?
Brechen Sie ab, wenn Stecker oder Steckdose heiß werden, ungewöhnlich riechen, knistern, sich verfärben oder locker sitzen. Laden Sie erst wieder, nachdem Steckdose und Stromkreis geprüft wurden.